Lohnt sich Instagram für Zahnärzte?

Matteo Vidua, Social Media für Zahnarztpraxen

Matteo Vidua, Praxismarketing aus Köln, selbst jeden Donnerstag in einer KFO-Praxis. Lesezeit 7 Minuten. Veröffentlicht am 13.10.2026.

Ja, wenn Ihre Praxis neue Patienten, Mitarbeiter oder einen Namen als Experte will und bereit ist, Menschen zu zeigen. Nein, wenn das Profil nur Räume und Geräte zeigen soll oder niemand im Team Zeit für fünfzehn bis zwanzig Minuten Filmen pro Woche hat und ein Drehtag nicht infrage kommt.

Für welche Praxis sich Instagram lohnt

Ich sehe drei Situationen, in denen Instagram für eine Zahnarzt- oder KFO-Praxis einen Unterschied macht:

  • Die Praxis will neue Patienten, die vorher vergleichen. Das sind vor allem Familien mit Kindern, Erwachsene mit Aligner-Wunsch und Menschen, die neu in der Stadt sind. Sie alle schauen nach, wer behandelt, bevor sie anrufen.
  • Die Praxis sucht Mitarbeiter. Gute ZFA sind nicht arbeitslos. Sie wechseln, wenn sie eine Praxis sehen, die ihnen gefällt, und sie sehen sie auf Instagram oder TikTok, nicht in einer Anzeige.
  • Der Behandler will als Experte wahrgenommen werden, zum Beispiel für Aligner, Implantate oder Kinderzahnheilkunde. Das geht nur, wenn er selbst vor der Kamera erklärt.

Wenn keine der drei Situationen zutrifft, weil die Praxis voll ist und das Team komplett, ist Instagram eine Pflege-Aufgabe: ein gepflegtes Profil für die, die ohnehin suchen. Das ist in Ordnung, braucht aber keine große Betreuung.

Für welche Praxis es sich nicht lohnt

Es gibt auch den anderen Fall, und ich sage ihn im Erstgespräch offen:

  • Niemand will sich zeigen, und das wird auch so bleiben. Dann baut man 2026 kaum noch Reichweite auf. Ein gepflegtes Profil ist möglich, Wachstum nicht.
  • Niemand hat Zeit zu filmen, und ein Drehtag kommt nicht infrage. Dann fehlt das Material, aus dem Beiträge entstehen.
  • Die Praxis erwartet nach vier Wochen volle Terminbücher. Das liefert Instagram nicht, egal wer es macht.

Was Instagram wirklich bringt

Die Mutter sucht abends auf dem Sofa, egal ob Ihre Praxis dort vorkommt. Die Frage ist nur, wen sie findet. Wer regelmäßig Gesichter, Abläufe und Antworten zeigt, wird mehrfach gesehen, und erst nach mehreren Kontakten ruft jemand an.

Konkret bringt ein gut geführtes Profil drei Dinge: Reichweite bei Menschen, die Ihre Praxis noch nicht kennen, über Reels. Vertrauen bei denen, die Ihnen schon folgen, über Karussells und Stories. Und einen Ort, an dem Bewerber sehen, wie es bei Ihnen zugeht.

Was es nicht bringt: sofortige Termine aus einem einzelnen Beitrag. Ein Reel öffnet die Tür, durchgehen muss man selbst.

Was es kostet

Zeit oder Geld, meist beides. Selber machen kostet das Team jeden Monat etliche Stunden, und es hält selten durch. Eine Betreuung kostet im Markt zwischen 500 und 2.500 Euro im Monat, bei mir hängt der Preis von der Zahl der Videos ab und davon, ob Ihr Team filmt oder ich mit Kameramann komme.

Die ehrliche Rechnung: Eine einzige Aligner-Behandlung oder eine besetzte ZFA-Stelle deckt eine Betreuung über Monate. Dafür braucht es aber Geduld bis Monat drei.

Woran Sie erkennen, ob Ihre Praxis bereit ist

Drei Fragen, die ich im Erstgespräch stelle:

  • Gibt es eine Person, die sich zeigt? Der Behandler, eine ZFA, jemand aus dem Team. Eine reicht.
  • Gibt es fünfzehn bis zwanzig Minuten pro Woche zum Filmen, zu einer festen Zeit? Oder die Bereitschaft für einen Drehtag?
  • Gibt es jemanden, der am Monatsende etwa zehn Minuten Rückmeldung gibt?

Dreimal ja: Instagram lohnt sich. Zweimal ja: Dann finden Sie und ich einen Weg. Einmal ja oder weniger: Lassen Sie es lieber, bis sich das ändert.

Matteo Vidua, Social Media für Zahnarztpraxen

Matteo Vidua, arbeitet jede Woche selbst in einer KFO-Praxis und betreut Zahnarzt- und KFO-Praxen auf Instagram.

Der einfachste erste Schritt

Geben Sie bei Instagram den Namen Ihrer Stadt plus Zahnarzt ein und schauen Sie, wer auftaucht. Wenn es die Praxis drei Straßen weiter ist und Sie nicht, wissen Sie, warum sich die Frage stellt.

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Häufige Fragen

Instagram mit Facebook für neue Patienten und Expertenstatus, weil dort die Eltern und Erwachsenen sind. TikTok für Mitarbeiter und Reichweite, weil dort die Bewerber sind. Beides entsteht aus demselben Material.

Social Media für Zahnärzte. Von jemandem, der selbst in einer Praxis arbeitet.

Nächster Schritt

Wie wollen Sie anfangen?

Am schnellsten geht es im Gespräch. Danach wissen Sie, womit ich bei Ihrer Praxis anfangen würde, egal ob wir danach zusammenarbeiten.

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