Wie finde ich über Instagram und TikTok neue ZFA und Azubis?

Matteo Vidua, Praxismarketing aus Köln, selbst jeden Donnerstag in einer KFO-Praxis. Lesezeit 7 Minuten. Veröffentlicht am 24.10.2026, aktualisiert am 30.10.2026.
Eine gute ZFA finden Sie selten über eine Anzeige allein, weil die meisten guten ZFA gar nicht aktiv suchen. Sie wechseln, wenn sie eine Praxis sehen, die ihnen gefällt. Instagram und TikTok können dafür sorgen, dass ZFA und künftige Azubis Ihre Praxis sehen, bevor sie überhaupt an eine Bewerbung denken.
Warum reichen Stellenanzeigen allein nicht?
Eine Stellenanzeige erreicht nur Menschen, die gerade suchen. Die ZFA, die Sie eigentlich wollen, hat meistens einen Job. Sie ist nicht unglücklich genug, um abends Jobportale zu durchsuchen. Aber sie ist offen, wenn ihr etwas Besseres über den Weg läuft.
Dazu kommt: Fast jede Anzeige klingt gleich. Nettes Team, moderne Praxis, leistungsgerechte Bezahlung. Wer das liest, weiß danach nicht, wie es bei Ihnen wirklich ist. Die Anzeige ist der Ort, an dem sich jemand bewirbt. Sie ist nicht der Ort, an dem jemand Lust bekommt, sich zu bewerben.
Was leistet Social Media bei der Mitarbeitergewinnung?
Ich arbeite selbst einen Tag pro Woche in einer KFO-Praxis. Was ich dort gelernt habe: Bewerber wollen vor allem eine Frage beantwortet haben. Passe ich in dieses Team?
Genau das kann ein Praxisprofil zeigen, und eine Anzeige nicht. Wer über Wochen kurze Videos aus Ihrer Praxis sieht, kennt das Team, bevor er sich bewirbt. Die Bewerbung kommt dann nicht von einer fremden Person, sondern von jemandem, der die Praxis schon ein bisschen kennt.
Das hat zwei Vorteile:
- Es bewerben sich eher Menschen, die zu Ihnen passen wollen. Wer den Ton im Team mag, bringt schon einen Teil der Passung mit.
- Es bewerben sich weniger Menschen, die nach zwei Wochen merken, dass es doch nichts für sie ist.
Wichtig ist der Zeitraum. Ein einzelnes Video bringt keine Bewerbung. Ein Profil, das über Monate regelmäßig das Team zeigt, wird zu dem Ort, an den sich jemand erinnert, wenn er doch wechseln will.
Was wollen Bewerberinnen sehen, bevor sie sich melden?
Keine Imagefilme, sondern Antworten. Wer über einen Wechsel oder eine Ausbildung nachdenkt, will wissen, wie ein ganz normaler Tag bei Ihnen aussieht. Diese fünf Dinge gehören deshalb ins Profil:
- Das Team. Wer arbeitet hier, und wer ist schon lange dabei?
- Die Stimmung. Wie wird miteinander geredet, auch an einem vollen Tag?
- Die Chefin oder der Chef. Wie tritt sie auf, wie spricht er mit dem Team, ist sie im Alltag ansprechbar?
- Die Arbeitszeiten. Wann ist Feierabend, wie läuft es mit Samstagen und Urlaub? Ein konkreter Satz sagt mehr als jedes „flexible Arbeitszeiten“.
- Die Ausbildung. Wer kümmert sich um Azubis, was lernen sie im ersten Jahr, wie läuft es mit der Berufsschule?
Zeigen Sie dabei nur, was stimmt. Wer im Video vom pünktlichen Feierabend hört und dann jeden Abend länger bleibt, ist schnell wieder weg.
Was macht die Bundeszahnärztekammer auf TikTok?
Seit Februar 2024 läuft eine bundesweite Kampagne der Bundeszahnärztekammer für den Beruf der ZFA. Angefangen hat sie 2017 als Projekt in Nordrhein, heute leitet sie die Bundeszahnärztekammer. Der eigene Kanal heißt praxishelden.zfa, auf TikTok und auf Instagram. Dort laufen kurze Videos aus dem Berufsalltag und Videos mit Influencern.
Für Ihre Praxis stecken darin drei Hinweise:
- Seit 2025 zeigt die Kampagne auch Videos mit ZFA. Die Bundeszahnärztekammer schreibt selbst, dass diese eine besondere Glaubwürdigkeit haben. Menschen aus dem Beruf überzeugen mehr als Werbung über den Beruf.
- 2024 liefen Anzeigen auf Facebook, die sich an Mütter richteten, als wichtige Ratgeberinnen bei der Berufswahl. Ein Profil, das auch Eltern anspricht, ist für die Azubi-Suche also kein Umweg.
- Die Kampagne macht den Beruf bekannt, aber sie zeigt nicht Ihre Praxis. Wer nach einem Video Lust auf die Ausbildung hat, braucht danach eine Praxis in der Nähe. Dann sollte sie Ihre finden.
Sehen Sie sich den Kanal an, bevor Sie selbst anfangen. Sie sehen dort, welchen Ton die Kampagne für Jugendliche wählt.
Welche drei Videos eignen sich für Bewerber?
Für den Anfang reichen drei Formate. Alle lassen sich mit dem Handy drehen:
- Ein Tag als Azubi. Kurze Clips vom Ankommen bis zum Feierabend, mit der Uhrzeit im Bild: umziehen, Zimmer vorbereiten, Pause, Berufsschultag. Das beantwortet die Frage nach den Arbeitszeiten ganz nebenbei. Patienten sind dabei nicht zu erkennen.
- Das Team stellt sich vor. Jede Person ein kurzer Clip mit Name, Aufgabe, seit wann dabei und einem Satz, den man über sie wissen sollte. Als Reihe, eine Person pro Woche, die Chefin oder der Chef eingeschlossen.
- Was ich an meinem Job mag. Eine Frage an mehrere Menschen im Team, schnell hintereinander geschnitten. Ehrliche Antworten wirken, auch ein „Manchmal ist es anstrengend, aber ...“ darf drin bleiben.
Jede Person im Video stimmt vorher schriftlich zu. Bei Azubis unter 18 ist der sichere Weg, dass zusätzlich die Eltern unterschreiben.
Was dagegen kaum wirkt: Grafiken mit einem großen „ZFA gesucht“, Fotos vom leeren Behandlungszimmer oder ein Video, das nur die Ausstattung zeigt. Bewerber entscheiden sich für Menschen, nicht für Geräte.
Mein Rat: Nehmen Sie sich eines der drei Formate vor und machen Sie damit zehn Videos. Erst danach wissen Sie, ob es funktioniert. Wer alles gleichzeitig ausprobiert, hat am Ende von jedem zwei Videos und keine Ahnung, was davon gut war.
Instagram oder TikTok: Wo erreichen Sie ZFA und Azubis?
Für fast jede Praxis ist Instagram, gekoppelt mit Facebook, der richtige Ort. Dort sind die Patienten, und dort sehen auch Bewerberinnen und Eltern, wie es bei Ihnen zugeht.
TikTok empfehle ich nur, wenn zwei Dinge zutreffen:
- Jemand im Team stellt sich ohne Probleme vor die Kamera. Nicht widerwillig, sondern gern.
- Das Ziel ist vor allem, Mitarbeiter zu gewinnen.
Wenn beides stimmt, ist TikTok für die Suche nach ZFA und Azubis ein guter Kanal. Dort sind viele junge Menschen, und der Ton ist lockerer. Ein Teil der Reichweite kommt von außerhalb Ihrer Region, aber für eine Bewerberin aus der Nähe reicht ein einziges Video, das bei ihr landet.
Wenn eines der beiden Dinge nicht zutrifft, bleiben Sie bei Instagram. Einen TikTok-Kanal, auf dem sich niemand wohlfühlt, merkt man jedem Video an.
Was muss die Praxis selbst tun?
Ich kann Videos planen, schneiden und hochladen. Das Material entsteht aber in der Praxis. Dafür braucht es eine feste Person, die filmt, feste fünfzehn bis zwanzig Minuten im Wochenplan und ein Team, in dem mehr als ein Gesicht zu sehen ist. Oder einen Drehtag mit Kameramann, dann muss niemand filmen.
Und dann der Teil, den viele vergessen: Wenn eine Bewerbung kommt, muss die Praxis schnell antworten. Wer sich über eine Nachricht auf Instagram meldet, erwartet keine Rückmeldung nach drei Wochen. Klären Sie vorher, wer Bewerbungen liest und wer zurückruft.
In die Bio oder in ein Highlight gehört, wie man sich bewirbt: ein Link zur Stellenseite, eine Telefonnummer oder der Satz, dass eine Nachricht reicht.
Ersetzt Social Media ein gutes Arbeitsumfeld?
Nein, und das sage ich jeder Praxis, bevor es um Videos geht. Social Media zeigt, wie es bei Ihnen ist. Es macht es nicht besser, als es ist. Wer sich wegen eines fröhlichen Profils bewirbt und dann etwas anderes erlebt, ist schnell wieder weg. Und erzählt es weiter.
Social Media wirkt dann, wenn es etwas Gutes zeigt, das schon da ist. Ein Team, das sich mag. Ein Chef, der zuhört. Abläufe, die funktionieren. Bisher wissen das nur die, die schon bei Ihnen arbeiten. Das Profil erzählt es allen anderen.

Matteo Vidua, arbeitet jede Woche selbst in einer KFO-Praxis und betreut Zahnarzt- und KFO-Praxen auf Instagram.
Passt dazu
Der einfachste erste Schritt
Fragen Sie die ZFA, die zuletzt bei Ihnen angefangen hat, warum sie sich beworben hat und was sie vorher über die Praxis wusste. Was sie antwortet, ist Ihr erstes Video.

Kostenloser Guide, 23 Seiten
Erfolgreich auf Instagram.
Wie Ihre Praxis auf Instagram erfolgreich wird. Für Zahnarzt- und KFO-Praxen.
Was drin stehtWollen Sie wissen, was bei Ihrer Praxis zuerst dran wäre?
Häufige Fragen
Das lässt sich nicht versprechen. Ein Profil muss erst eine Weile regelmäßig laufen, bevor jemand die Praxis kennt. Rechnen Sie eher mit Monaten als mit Wochen.
Social Media für Kieferorthopäden. Aus dem KFO-Alltag, nicht aus der Agentur.
Nächster Schritt
Wie wollen Sie anfangen?
Am schnellsten geht es im Gespräch. Danach wissen Sie, womit ich bei Ihrer Praxis anfangen würde, egal ob wir danach zusammenarbeiten.
